Geschichte

Im Rahmen seines Rechtsstudiums bemerkte Alexander Kristen, dass der Anbau und Verkauf von Cannabispflanzen nur dann gesetzlich verboten ist, wenn er der Suchtmittelgewinnung dient – was bei Flowery Field nicht der Fall ist. Die Hanfstecklinge taugen im verkauften Zustand nicht für einen Rausch, da der als Suchtgift verbotene Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) sich erst in den Blüten entfaltet. Wer somit aus den Pflanzen THC gewinnen willHanfsteckling - Unternehmensgeschichte Flowery Field, müsste sie erst zum Blühen bringen, wodurch eine Strafbarkeit nach dem Suchtmittelgesetz begründet würde – worauf Flowery Field beim Verkauf ausdrücklich hinweist.

Rechtsunsicherheit ist seit 2014 beendet

Bestätigt wurde die Rechtsansicht 2014 durch einen Beschluss des Oberlandesgerichts Wien. Darin wurde festgehalten, dass der Verkauf von Hanfzierpflanzen in der vegetativen Phase legal ist, sofern keine Beratung „zu anderen Zwecken“ erfolgt. Denn solange eine Hanfpflanze nicht zur Blüte gebracht wird, ist deren Besitz erlaubt. Auf dieser Grundlage hat Kristen vor zwölf Jahren sein Unternehmen aufgebaut. Die Qualität der Pflanzen machte Flowery Field bald zum Marktführer.

Staatliches Cannabismonopol vor Verfassungsgericht

Neben einer Expansionsstrategie bereitet Flowery Field den Markteintritt zur Produktion von Medizinalhanf vor – ein Grund, warum Alexander Kristen im Mai 2016 eine Klage vor dem Verfassungsgericht und der Bundeswettbewerbsbehörde einbrachte. Ziel des Antrages war, das staatliche Monopol der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) zum Anbau von Cannabis für medizinische Zwecke aufheben zu lassen und in die Produktion einzusteigen. Die Ages hat in Österreich das exklusive Recht auf die Produktion von Cannabis für die Herstellung von Arzneimitteln – Profit schlägt daraus ein deutscher Pharmakonzern. Flowery Field zog gegen das Monopol vor Gericht, der Antrag wurde aber im Dezember 2016 abgelehnt. Die Ages behält damit als Monopolist die Alleinstellung bei Medizinalcannabis und Cannabis bleibt im Suchtmittelkatalog.

„Die Behandlung unseres Antrages wurde vom VfGH leider abgelehnt, das bedeutet aber nicht das Ende unserer Bemühungen. Der österreichische Gesetzgeber hat sich für ein Monopol entschieden, das die gesamte wirtschaftliche Entwicklung im Bereich Medizinalhanf blockiert, die Forschung verhindert und Schmerzpatienten im Regen stehen lässt. Es ist nicht einzusehen, warum sich ein Patient sein Medikament illegal auf der Straße besorgen muss. Diese Kriminalisierung gefährdet Menschen. Der Bedarf ist gegeben, aber die Situation ist für Patienten unerträglich restriktiv“, sagt Alexander Kristen.

Trend zur Legalisierung von Medizinalhanf

Viele US-Bundesstaaten haben „medical marihuana“ bereits legalisiert. Kanada will Cannabis bis 2017 komplett legalisieren; die Niederlande, Tschechien und Portugal haben mit einer Entkriminalisierung von Drogen gute Erfahrungen gemacht. Israel gilt in Sachen Medizinalhanf ebenfalls seit Jahren als Vorreiter. Mehr als 25.000 Patienten dürfen dort legal Cannabis konsumieren. In Deutschland sollen ab 2017 Schmerzpatienten Cannabis auf Rezept in der Apotheke erhalten. Es geht dabei nicht um Haschkonsum für jedermann, sondern um die Versorgung von Patienten. Das deutsche Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte soll dabei die Rolle eines staatlichen „Cannabishändlers“ übernehmen und zivilrechtliche Verträge über Lieferaufträge abschließen. Eine solche Vertragspartnerschaft strebt Kristen auch in Österreich an.