HLVd bei Cannabis – Latentes Hopfenviroid


Leistungen
Wie testen wir auf das latente Hopfenviroid (HLVd) in Cannabis?
HLVd bei Cannabis lässt sich mittels molekulardiagnostischer Verfahren wie Real-Time-qPCR nachweisen. Unser Labor verwendet dafür einen Cannabis-spezifischen qPCR-Assay zum Nachweis von HLVd-RNA.Die molekulare Diagnostik ermöglicht einen sensitiven und spezifischen Nachweis des Viroids. Für zuverlässige Ergebnisse sind neben der Analytik insbesondere die Auswahl des Probenmaterials und der Zeitpunkt der Probenahme entscheidend.
Blattproben eignen sich grundsätzlich für den Nachweis von HLVd. Dazu wird Pflanzengewebe entnommen, die RNA extrahiert und anschließend mittels Real-Time-qPCR auf HLVd untersucht. Da die Verteilung und Konzentration des Viroids innerhalb einer Pflanze variieren kann, beeinflusst die Auswahl des Probenmaterials die Zuverlässigkeit des Testergebnisses.
Wurzelproben können eine sinnvolle Ergänzung zur Untersuchung von Blattgewebe darstellen, insbesondere bei Pflanzen ohne sichtbare Symptome. Auch hierbei wird RNA aus dem Probenmaterial extrahiert und anschließend mittels Real-Time-qPCR auf HLVd untersucht. Die Kombination verschiedener geeigneter Probenmaterialien kann dazu beitragen, das Risiko falsch-negativer Ergebnisse zu reduzieren.
Die Nachweisbarkeit von HLVd kann je nach Pflanzengewebe, Infektionsstadium und Probenahme variieren. Dadurch können Proben aus unterschiedlichen Bereichen derselben Pflanze unterschiedliche Testergebnisse liefern. Ein negatives Ergebnis einer einzelnen Probe schließt eine Infektion daher nicht in jedem Fall sicher aus. Eine gezielte Probenahme und gegebenenfalls die Untersuchung verschiedener Gewebe erhöhen die Aussagekraft der molekularen Diagnostik.

Probenahme
Da HLVd innerhalb einer Pflanze unterschiedlich verteilt und nicht in jeder Probe gleich gut nachweisbar sein kann, empfehlen wir die Entnahme von Pflanzenmaterial aus mehreren Bereichen. Bei ausreichend entwickelten Wurzeln sollte zusätzlich Wurzelmaterial für die Untersuchung eingesendet werden.
Tragen Sie bei der Probenahme saubere Einweghandschuhe. Entnehmen Sie vier Blattproben aus unterschiedlichen Bereichen der Pflanze sowie drei etwa 3 cm lange Wurzelstücke. Werden mehrere Pflanzen beprobt, sollten die Handschuhe zwischen den Pflanzen gewechselt und saubere bzw. desinfizierte Schneidwerkzeuge verwendet werden, um eine Verschleppung von Pflanzenmaterial zu vermeiden.

Was ist HLVd?
HLVd bei Cannabis bezeichnet eine Infektion mit dem latenten Hopfenviroid (HLVd), einem sehr kleinen, ringförmigen RNA-Molekül ohne Proteinhülle. Im Gegensatz zu Viren besitzen Viroide keine eigenen Gene für Proteine und sind für ihre Vermehrung vollständig auf die Zellen ihrer Wirtspflanze angewiesen. HLVd ist seit Langem als Krankheitserreger bei Hopfen bekannt und kann auch Cannabis infizieren. Bei Cannabis kann eine Infektion Wachstum, Ertrag und die Ausbildung wertgebender Inhaltsstoffe beeinträchtigen.
Welche Symptome verursacht HLVd bei Cannabis?
Eine HLVd-Infektion kann sich bei Cannabis unter anderem durch vermindertes Wachstum, verkürzte Internodien, Veränderungen der Blattform und -farbe sowie eine beeinträchtigte Blütenentwicklung zeigen. Auch Ertrag und Qualität können betroffen sein. Gleichzeitig können infizierte Pflanzen über längere Zeit keine eindeutigen sichtbaren Symptome zeigen. Eine zuverlässige Beurteilung allein anhand des Erscheinungsbildes ist daher nicht möglich. Für den Nachweis von HLVd ist eine molekulardiagnostische Untersuchung, beispielsweise mittels RT-qPCR, erforderlich.
Wie verbreitet sich HLVd bei Cannabis?
HLVd kann durch infizierten Pflanzensaft von einer Pflanze auf eine andere übertragen werden. Ein besonders wichtiger Übertragungsweg in der Produktion sind kontaminierte Schneidwerkzeuge, Hände, Handschuhe und andere Arbeitsgeräte. Auch die vegetative Vermehrung spielt eine zentrale Rolle: Wird eine infizierte Mutterpflanze für Stecklinge verwendet, kann HLVd an die daraus gewonnenen Klone weitergegeben werden. Da infizierte Pflanzen symptomlos erscheinen können, stellen unerkannte Mutterpflanzen ein besonderes Risiko dar.
Auch gemeinsam genutzte Bewässerungs- und hydroponische Systeme werden als möglicher Übertragungsweg diskutiert. Pflanzenmaterial, Wurzeln und Pflanzensaft können dabei zur Verbreitung von HLVd innerhalb eines Bestandes beitragen. Konsequente Hygiene und die Trennung infizierter Pflanzen sind deshalb wichtige Bestandteile der Prävention.
Darüber hinaus gibt es Hinweise auf eine mögliche Übertragung von HLVd über Samen beziehungsweise auf eine Weitergabe im Zusammenhang mit infizierten Elternpflanzen. Die Bedeutung dieses Übertragungsweges kann von verschiedenen Faktoren abhängen. Für die Praxis bleibt daher die Kontrolle des Ausgangsmaterials besonders wichtig.
